Kino, Trance und Kybernetik

Ute Holls Arbeit verfolgt die wissenschafts. und technikhistorischen Voraussetzungen der Wahrnehmung im Kino bis in die Biowissenschaften die psychophysischen Experimente des 19. Jahrhunderts.
Kino ist ein Laboratorium für technisch produzierte Empfindungen und gehört zu den Trancetechniken unserer Kultur. Daß Kino eine Kulturtechnik ist, die an die Nervensysteme anschließen kann, wenn sie ihren Rhythmus überträgt, wurde von allen Experimentalfilmern ausgenutzt. Da setzen die Visionen des Dziga Vertvor, Maya Deren oder Jean Rouch an, wenn sie das Kino als politischen, intersubjektives, interkulturelles Netzwerk konstruieren. Um “die Wahrheit 24 mal in der Sekunde” zu erkennen, bedarf es einer Filmtheorie, die Technologie und Erfahrung endlich verbindet.
Brinkmann & Bose Verlag, Berlin

Sans Soleil

“Er erzählte mir von Sei-Shônagon, einer Ehrendame der Prinzessin Sadako Anfang des 11. Jahrhunderts der Heian-Periode. Shônagon hatte eine Manie für Listen: die Liste der “eleganten Dinge”, der “trostlosen Dinge” oder aber der “Dinge, die es nicht wert sind, getan zu werden”. Eines Tages hatte sie die Idee, die Liste aufzustellen der “Dinge, die das Herz schneller schlagen lassen”. Chris Marker, Sans Soleil